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Veränderung der Wirtschaftsstruktur der Stadt Leipzig seit 1990 1 Einführung „Leipzig kommt!“ – Dieser Ausspruch ist prägend für die Situation der Messe- und Handelsstadt Leipzig, in Anknüpfung an alten Glanz und Traditionen, wieder einen festen Platz unter den bedeutendsten deutschen Städten einzunehmen. Eine zentrale Lage inmitten der sich erweiternden EU, eine gute Verkehrsanbindung, sowie die Tradition als Messestadt wirken sich als positive Standortfaktoren für Stadt und Umland aus. Fleißige, improvisationsfähige, kreative und flexible Bürger sind die Triebkräfte einer solchen Entwicklung. 2 Fakten zur Stadt Leipzig Nord-Süd-Ausdehnung: 22 km Ost-West-Ausdehnung: 21 km 1989 30.06.1992 31.12.2000 Fläche (in km²) 146,4 297,5 Einwohner 545.307 (1988) 500.002 493.208 Wohnberechtigte 518.182 Einwohnerdichte (in EW/km²) 1.658 Altersstruktur: (31. 12. 1999) Anteil d. Minderjährigen 15,00% Anteil d. Erwerbsfähigen 70,70% Anteil d. Rentner 17,70% 3 Die Entwicklung von Leipzig im Übergang von der sozialistischen Planwirtschaft zum Kapitalismus Die Rahmenbedingungen für die kommende Entwicklung der Stadt, dem Wandel vom DDR-System mit der Versorgung mit Waren und Dienstleistungen zur marktwirtschaftlichen Anbieterkonkurrenz wurde im Sommer 1990 gelegt. 3. 1 Die Zeit bis 1989 Innerhalb der gesamtwirtschaftlichen Planung gewährleistete die DDR die Sicherstellung sozialer Einrichtungen und die Versorgung der Bevölkerung mit Waren und Dienstleistungen. Im sozialistischen Planungssystem war es ein wichtiges politisches Ziel, das zentral gesteuert wurde. Von politisch-administrativen Gremien (staatliche Planungskommission, territoriale Organe der Stadtverwaltung) wurde festgelegt, welche Produkte wann (z. B. Tag der Republik – 07. Oktober) und wie zu verkaufen waren. Ein Großteil der sozialen und kulturellen Infrastruktur fand auf betrieblicher Ebene statt. In DDR-Zeiten war der Einzelhandel bei der Vergabe von Investitionsmitteln benachteiligt und daher unproduktiv. Einzelhandelsstandorte entstanden in Wohngebieten mit großer Bevölkerungsdichte (Großwohnsiedlungen). In der Planung kommen auf 1.000 Einwohner eine Kaufhalle und Fachgeschäftsbereiche mit einer Verkaufsfläche von 300 m². Die Entfernung zum Endkonsumenten sollte nicht weiter als 800 m sein. In Leipzig konnten nur Geschäfte der Grundversorgung, und selbst da noch eingeschränkt, realisiert werden. 3. 2 Die Wendezeit Der Strukturwandel machte sich zuerst beim Einzelhandel bemerkbar. Ungeachtet der räumlichen Planung entstanden neue Einkaufszentren auf der „grünen Wiese“. In den verfallenden Stadtteilzentren waren aufgrund der geringen PKW-Verfügbarkeit, nun lange Wege zu Fuß nötig. Mit der schnellen Veränderung des Einzelhandels nach der Wende kam aus auch zu Veränderungen des täglichen Lebens. Einzelhandelunternehmen eröffneten provisorische Einkaufsstellen (z. B. ehemalige LPG-Hallen) und erhielten großen Zuspruch. Die „neuen logistisch perfekt organisierten Großstrukturen traten in Konkurrenz mit ehemaligen, in Auflösung und Neuorientierung befindlichen, Staatsbetrieben und kapitalschwachen Einzeleigentümern.“ (Ausstellung im neuen Rathaus) In der Umbruchsphase orientierten sich die Kunden zu den neu entstandenen Einkaufszentren, die Vorteile der Kaufhallen der Stadtteilzentren – in räumlicher Nähe – waren nicht mehr attraktiv genug. Bei alteingesessenen Händlern kam es zu Problemen, sie hatten die Wende zwar überstanden, wurden aber durch ungeklärte Eigentumsverhältnisse und steigende Mieten an ihrer Investitionstätigkeit gehindert. 3. 3 Die Verhältnisse ab 1992 Um Leipzig entstanden 1992 in kürzester Zeit moderne Einkaufscenter, die wetterunabhängig und per Auto gut erreichbar sind. Diese Zentren (Verkaufsfläche 250.000 m²) entzogen der Stadt jährlich Einnahmen von ca. 1,3 Mrd. DM. Durch die neuen Verhältnisse kam die Weiterentwicklung der Innenstadt kaum voran. Als unkalkulierbare Hindernisse erwiesen sich dabei: - ungeklärte Eigentumsverhältnisse - spekulatives Preisniveau - veraltete Bausubstanz - überholte Betriebsstrukturen - wandelndes Verbraucherinteresse . Die City trat in Konkurrenz zu Marktagglomerationen im Umland. Vorteile der Innenstadt sind, dass sie das geistige, kulturelle und touristische Zentrum bildet; die Center sind allerdings wetterunabhängig, bieten kostenlose Parkplätze, und haben bei günstigen Preisen ein mittleres Angebot. Es zeichnet sich eine Patt-Situation zwischen City und Umland ab, trotz der Dominanz der Innenstadt als Oberzentrum. Verlierer sind die Stadtteilzentren, obwohl die Stadt Leipzig , während des einsetzenden Baubooms, diese stärken wollte, erzielte man nicht die erhofften Erfolge, trotz einiger hoffnungsvoller Ausnahmen im Allee-Center in Grünau und im Eutritzsch-Center. Die Zahl der Einzelhandelsbetriebe stieg bis Ende 2000 auf 4.361. 1989 kamen auf einen Einwohner in Leipzig nur 0,3 m² Verkaufsfläche, heute sind es bereits 1,3 m². Die Gesamtverkaufsfläche wuchs von 160.000 m² (1989) auf 707.500 m² (2000), außerdem verbesserte sich die Einzelhandelszentralität von 83% (1996) auf 89,3% im Jahre 2000. Für die Entwicklung der Stadtteilzentren nehmen Öffentliche Einrichtungen, z. B. Verwaltung und Bibliotheken, eine zentrale Bedeutung ein. (Stadt Leipzig [Hrsg.], 2000) 3. 4 Suburbanisierungstendenzen während des Umbruchs Anfang der neunziger Jahre kam es in Leipzig zu Suburbanisierungstendenzen. Besonders beim Einzelhandel ist es zu spüren. Die großen Einkaufszentren in Paunsdorf und Günthersdorf sind heute multifunktionale Standortagglomerationen. Man findet verschiedene suburbane Produkte: - Malls - Fachmärkte - Gewerbe- und Freizeiteinrichtungen - Bürokomplexe - Neue Wohnsiedlungen. Der Suburbanisierungsprozess vollzog sich bei der Bevölkerung- und Beschäftigungsentwicklung zunächst unter Schrumpfungsbedingungen. „Es war eine kurzzeitige dynamische Suburbanisierungsphase mit der ersten Zersiedlung, forciert durch vielfältige Förderungsmaßnahmen ...“. (BERKNER, A. (2001) S. 33) Der künstlich vorangetriebene Prozess kam Anfang 2000 zum Stillstand. Seine Folge Überkapazitäten und Leerstände. Seit Ende 2000 hat sich die Stadt-Umland-Wanderung abgeschwächt; heute dominiert nicht die Angebots-, sondern die nachfrageorientierte Entwicklung. (BERKNER, A. (2001)) 4 Vom sekundären Sektor zum tertiären Sektor Zu DDR-Zeiten war Leipzig ein wichtiger Industriestandort. Bis 1990 waren vor allem stark umweltbelastende, material- und energieintensive Industrien in Leipzig angesiedelt. Im Mittelpunkt der städtischen Veränderung steht der fast vollständige Zusammenbruch der wirtschaftlichen Basis, die Deindustrialisierung. Von 100.000 industriellen Arbeitsplätzen in der Stadt blieben bis 1995 nicht einmal 15.000 übrig. Durch den Niedergang der Braunkohleverarbeitung im Umland gingen ungefähr 25.000 Arbeitsplätze verloren. Dieser Wandel zum modernen Industrie- und Technologiezentrum, das angestrebt wird, geht langsam voran. Ehemals führende Industriebetriebe sind zu kleinen mittelständigen Unternehmen geworden, vielfach als Filialbetriebe und oft ohne Forschungs- und Entwicklungsbasis. Große Flächen mit Industriebrachen gehören genauso zum Stadtbild wie neu entstandene Gewerbeparks. (BRODENGEIER, E. [Hrsg], 1997) Nach dem Zusammenbruch der Industrie wurde der Schwerpunkt der Wirtschaft zunehmend vom sekundären Sektor auf den tertiären Sektor - Handel, Dienstleistungen, Kultur, Bildung - gelenkt. Der Aufschwung des Dienstleistungssektors verläuft umfassend und schnell, zukunftsorientiert und weltmarktfähig. Zügige Klärung von Eigentumsverhältnissen und schnelle, unbürokratische Genehmigungsverfahren waren und sind attraktive Ansiedlungsbedingungen für Investoren und Existenzgründer. „Schlupflöcher“ des Stadtentwicklungsplanes wurden entdeckt, d.h. Bauflächen kleiner als 700m². Da hier keine baurechtlichen Schritte möglich waren, führte es zu negativen Auswirkungen für die Stadtstruktur. Nach Kriterien der EU gehört der Regierungsbezirk Leipzig zu den Regionen mit der höchsten Förderpriorität, ist damit ein Ziel – 1 – Gebiet. (Regierungspräsidium Leipzig [Hrsg.], S. 7) Auch durch die EG Gemeinschaftsinitiativen RECHAR (Förderprogramm der EG für neue Impulse in Bergbauregionen) und KONVER (Gemeinschaftsinitiative der EG für Rüstungs- und Standortkonversionen) konnten seit 1994 viele Projekte zur Entwicklung alternativer Wirtschaftstätigkeiten realisiert werden. Das waren wesentliche Grundlagen für ein Wiedererstarken der Wirtschaftskraft im nationalen und internationalen Vergleich. Umfangreiche Fördermaßnahmen der EU, der Bundesregierung Deutschland und des Freistaates Sachsen tragen zur Verbesserung der Infrastruktur und dem Erhalt von Arbeitsplätzen bei. (Stadt Leipzig [Hrsg.], 2001) 5 Verkehrsinfrastruktur 5. 1 Veränderung der Verkehrsinfrastruktur seit 1989 Die tiefgreifenden Veränderungen in der Wirtschaft und in den Lebensverhältnissen wirkten sich im Verkehrswesen aus. Sie führte zu einer zu einer zunehmenden Motorisierung und zur Individualisierung des Verkehrs. Zu DDR-Zeiten war das Verhältnis motorisierter Individualverkehr zum öffentlichen Personennahverkehr eins zu zwei, inzwischen hat es sich umgekehrt und steht nun zwei zu eins, der zurückgelegte Weg blieb dabei konstant. (Stadt Leipzig [Hrsg.], 1999) Durch die Entwicklung in den Bereichen Luft-, Schienen- und Straßenverkehr wird die Anbindung der Metropole Leipzig an das europäische Verkehrsnetz gewährleistet und bildet somit gute Voraussetzungen für die wirtschaftliche Entfaltung und den weiteren Ausbau des Handels- und Dienstleistungszentrums. Für die Abwicklung des gestiegenen Autoverkehrs ist es notwendig, Verkehrswege und –netze, sowie den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern, damit die Unternehmen fortbestehen bzw. sich neu ansiedeln können. Die zukünftige Verkehrsplanung soll vorrangig den Wirtschaftsverkehr und den Umweltverbund (d. h. den öffentlichen Personennahverkehr, sowie Rad- und Fußgängerverkehr) beachten. (z. B. 2000: 1,3 Mrd. DM für Radverkehrsanlagen investiert  1989: ca. 70 km Radweg in Leipzig; 2000: 168,3 km Radwege in Leipzig) 5. 2 Verkehrsprojekte Der sechsspurige Ausbau der Autobahn A9 Berlin – München sowie der sechsspurige Teilausbau der A14 nach Dresden sind Bestandteile des Bundesverkehrswegeplanes. Der Neubau der Autobahn-Südtangente A140 – Baubeginn 1995 – ist für die Entwicklung des Südraums Leipzig von großer Bedeutung und schließt den Autobahnring um Leipzig. 1992 stellte der Stadtrat von Leipzig „Verkehrspolitische Leitlinien“ auf. Das Straßenhauptnetz wird als Tangenten-Ring-System gestaltet: • Äußerer Ring (Autobahndreieck A9, A14 und A38) • Mittlerer Ring • Innerer Ring (Tangentenviereck) Verbindungsstücke bestehen zwischen den Ringen. Für die Tagesbelieferung der Waren- und Messehäuser werden unterirdische Belieferungswege angestrebt. Das Zentrum kann man zu Fuß von sieben Haltestellen des Innenstadtringes erreichen. Der öffentliche Personenverkehr hat eine hohe Priorität. Erst mit dem Verbund von Straßenbahn und S-Bahn wird der schienengebundene ÖPNV die Anforderungen erfüllen können. Die Stadtteilzentren können schneller und bequemer erreicht werden, die Wirtschaftskraft wird gesteigert. Ein zentraler Verkehrsrechner steuert den Verkehrsfluss. Entlang der überörtlichen Verkehrsstraßen reihen sich neue Gewerbegebiete mit Möbelhäusern und Hotels aneinander. Hinzu kommen Einkaufszentren auf der „grünen Wiese“: Löwen-Center, Sachsenpark, Saalepark. (Stadt Leipzig [Hrsg.] 2001) 5. 2. 1 Der Hauptbahnhof Der größte Kopfbahnhof Europas wurde während der letzten Jahre grundlegend saniert. Ehemalige Gepäck- und Expressgutbereiche wurden zwischen 1995 – 97 zu einer zweistöckigen Ladengalerie – dem Promenaden Hauptbahnhof Leipzig – umgestaltet. Er entwickelte sich von einer Verkehrsstation zu einem modernen Einkaufs- und Erlebnispark. Der Bahnhof nimmt eine zentrale Rolle im Leipziger Verkehrsnetz ein, sämtliche Verkehrsmittel laufen dort zusammen. Täglich frequentieren ca. 860 Züge und 50.000 Passagiere. Aus dem Hauptbahnhof entwickelte sich ein wichtiges Kommunikationszentrum, dass jährlich ca. 100.000 Besucher anlockt. Auf einer Verkaufsfläche von 30.000 m² befinden sich 130 Geschäfte. Es wurden ein neues Parkhaus mit 1.300 PKW-Stellplätzen errichtet. (IHK, 2001) Die „Promenade“ am Hauptbahnhof brachte, mit den kundenfreundlichen Öffnungszeiten bis 22.00 Uhr, einen weiteren Entwicklungsschub, trotz zunächst gegenteiliger Befürchtungen. (Ausstellung im neuen Rathaus) 5. 2. 2 City-Tunnel Mit dem Bau des City-Tunnels wird der, unter Denkmalschutz stehende, Bayerische Bahnhof als Knoten des innerstädtischen und Regionalverkehrs wieder an Bedeutung gewinnen. Eine unterirdisch geführte Schienentrasse (2 getrennte eingleisige Röhren, mit je ca. neun Meter Durchmesser) wird S-Bahn-, Nahverkehr-, Regional- und Fernverkehr aufnehmen. Das Stadtzentrum wird dadurch aufgewertet. Der Tunnel soll die Außenäste des S-Bahn-Netzes miteinander verbinden und die wachsenden Verkehrströme zwischen Stadt und Umland übernehmen. Er ermöglicht es, das vorhandene, tangential ausgerichtete S-Bahn-Netz umzustellen und sämtliche S-Bahnen in das Zentrum zu leiten. Neben der S-Bahn, soll der Tunnel „eine Magistrale in das 21. Jahrhundert“ (Stadt Leipzig [Hrsg.], S.14, 1998) für den Regional- und Fernverkehr genutzt werden. Durchgängige und schnelle Zugverbindungen auf der Achse Berlin – Leipzig – Nürnberg – München können ohne Fahrtrichtungswechsel auf dem Leipziger Hauptbahnhof angeboten werden. Bereits 1913 entstanden erste Überlegungen, eine Tunnelverbindung (3,5 km) zwischen den Bahnhöfen zu bauen. Trotz des Baubeginns des ersten Teilstückes verhinderten der zweite Weltkrieg und wirtschaftliche Schwierigkeiten in der DDR die Realisierung. Nach dreijähriger Planungsphase wurde im Mai 2000 der Planfeststellungsbeschluss erteilt. Der City-Tunnel, der zukünftig den Hauptbahnhof und den Bayerischen Bahnhof miteinander verbindet, soll spätestens bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 eröffnet werden. Als Haltepunkte sind Markt und Wilhelm-Leuschner-Platz geplant. Die Gesamtkosten betragen 915 Mio. DM. (Stadt Leipzig [Hrsg.], 2001) Der Tunnel trägt dazu bei, dass die Leipziger Innenstadtlebendig und attraktiv bleibt. 6 Zukunftsorientierte Branchen in Leipzig 6. 1 Die Medienstadt Durch die Entwicklung des klassischen Druck- und Verlagswesens war Leipzig der europäische Medienstandort des 19. Jahrhunderts (z. B. Brockhaus, Duden). Das graphische Gewerbe, einschließlich der des polygraphischen Maschinenbaus, gehört bis zum 2. Weltkrieg zu den führenden Leipziger Industriezweigen. Es konzentrierte sich das Verlags- und Druckereiwesen, weltweit bekannte Verlage waren angesiedelt (Teubner, Brockhaus, Reclam). Einige entwickelten sich zu graphischen Großbetrieben, in denen der gesamte Produktionszyklus vom Druck bis zum Versand abgewickelt wurde. In der DDR änderten sich die Eigentumsverhältnisse. Es entstandene volkseigene Betriebe und Verlage. (BERKNER, A., GRUNDMANN, L., OPP, CHR., SCHÖNFELDER, G., TZSCHASCHEL, S., WOLLKOPF, M. [HRSG.], 2001) Seit 1990 entwickelte sich das graphische Viertel zu einem attraktiven Dienstleistungszentrum. Der Wiederaufstieg der Stadt als Medienstandort begann 1990 mit der Vereinigung des Buchhändler-Börsenvereins zu Frankfurt / Main und Leipzig, außerdem wurde das veraltete Leipziger Telefonnetz an den internationalen Selbstwählerverkehr angeschlossen. (SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFT UND ARBEIT, PRESSESPRECHER ZSCHEISCHLER, B. [Hrsg.], 2001) Leipzig verfügt heute über eine der modernsten Telekommunikationsinfrastrukturen Europas. Die deutsche Telekom AG baute leistungsfähige digitale Netze und Vermittlungsanlagen auf (Angaben im Kammerbezirk Leipzig über 2,6 Mio. €). Heute zählt die Medien- und Telematikbranche zu einem Standbein der Stadt – ein weiteres Plus für den Wirtschaftsstandort Leipzig. 1998 arbeiteten bereits 12% der Arbeitnehmer in diesem Wirtschaftssektor und ein Jahr später lies sich die Mitteldeutsche Medienförderung in der Stadt nieder. Das Bibliographische Institut und der Klett-Verlag haben sich wieder in Leipzig angesiedelt. (www.leipzig.de) In der Nachbarschaft des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), entstand in Anlehnung an die alten Gebäude des Schlachthofes eine moderne Stahlkonstruktion die „media city Leipzig“ (mit 14.560 m² Mediengewerbsfläche inklusive drei separaten Studios). Bis März 2001 wurden 400 neue Arbeitsplätze im Zentrum für elektronische Medien - geschaffen. Auf dem 36.000 m² großen Areal, in der Altenburger Straße, hatten sich bereits drei Monate nach der Einweihung der „media city Leipzig“ über 75 Firmen angesiedelt. Nach ersten Erfolgen wird sich die „Medienstadt“ weiter entwickeln, um einen wichtigen Standort für Film und Fernsehen in Deutschland zu werden. (Rost, H.(2001)) Eine leistungsfähige Telekommunikations-Infrastruktur (70.000 Glasfaseranschlüsse, geschäftlich und privat), eine räumliche Konzentration von Print- und elektronischen Medien und Kommunikationsunternehmen sind Vorraussetzungen, die Leipzig heute als Medienstandort bietet. Weiter wichtige Impulse, im Bereich Medien, setzten die Ansiedlung der Siemens AG (siehe . 4.6) sowie Lintec Computer AG Taucha. Letzteres ist eines der wenigen ostdeutschen Unternehmen, dass an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert ist. 1.500 Unternehmen der Medienwirtschaft (Verlag, Informations- und Telekommunikationsdienstleister, Hersteller audio-visueller Massenmedien – Druck-, Film- und Tonproduktion) sind heute in der Stadt ansässig und beschäftigen mehr als 40.200 Menschen. Pro Jahr wird ein Umsatz von 3,13 Mrd. € erwirtschaftet. Zu den wohl wichtigsten Argumenten für die „Medienstadt Leipzig“ zählt die Buchmesse. Die Buchmesse hat neben Frankfurt/ Main einen wichtigen Platz eingenommen. 6. 2 Forschung, Entwicklung und Innovation Innovationen, also neue, umsetzbare Ideen für Produkte, Technologien uns Dienstleistungen, sind für die Stärkung der Wirtschaft bedeutend. Bildung und Forschung, Produkt- und Verfahrenslösungen setzen eine Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft in Netzwerken und Arbeitskreisen voraus. Der akademische Nachwuchs an den Hoch- und Fachschulen (Universität, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig) wird auf einen Einsatz in Forschung und Wissenschaft vorbereitet. Das Spektrum der Forschung hat die Schwerpunktbereiche Medien und Kommunikation, Biotechnologie und Medizin, Energie- und Umwelttechnik. Biotechnologie steht als Wirtschaftsbranche zwar erst am Anfang, die Anzahl der Unternehmen ist von 1995 bis 1999 um 300% gewachsen. Forschungseinrichtungen sind u. a. das Max-Planck-Institut und das Herzzentrum der Universität Leipzig. (Regierungspräsidium Leipzig [Hrsg.], 2000) Im Sommer 2000 ist das Gigabit-Wissenschaftsnetz (G-WiN) mit ca. 550 beteiligten Einrichtungen in betrieb gegangen. Im Rechenzentrum der Universität Leipzig ist der Hauptnetzknoten in den neuen Bundesländern. Das Wissenschaftsnetz wird von Universitäten, Fachhochschulen und Forschungsinstituten aktiv genutzt. 6. 3 Energie- und Umwelttechnik Vor 1989 galt die Braunkohle als Standbein der DDR-Wirtschaft. Ziel war, dass man energiepolitisch unabhängig bei der Stromversorgung war. Nach 1989 / 90 kam es zum Rückgang der Braunkohlenindustrie. - Die stark unterstützte Kohlechemie brach als wichtiger Hauptabnehmer der Braunkohle zusammen. - Die wachsende Bedeutung von Öl und Gas, sowie neue Abgasbestimmungen führten zum Rückgang des Kohlebedarfs. - Luft- und Gewässerverschmutzung führten zu Unmut. - Mit der Liberalisierung des Strommarktes wurden neue Unternehmen aktiv. In Leipzig sind Unternehmen aus dem Energiesektor - Stromversorgung - Gasversorgung - Fernwärme bereits angesiedelt Fast 300 Institute, Firmen und Forschungseinrichtungen sind in der Umweltwirtschaft registriert (Sanierung, Umwelttechnologie). 6. 4 Das Bankenwesen Leipzig entwickelte sich nach Frankfurt/ Main zu zweitwichtigsten Bankenzentrum in Deutschland. Ca. 94 Banken und 511 Versicherungen haben sich inzwischen teils mit Filialen niedergelassen (Stadt Leipzig [Hrsg.], 2001). Institutionen des Gerichts- und Verwaltungswesens siedeln sich an. Die größte Bedeutung hat das Bundesverwaltunggericht, das im ehemaligen Reichskammergericht seine neue Dienststelle haben wird. 7 Gewerbliche Flächen Ein Stadtentwicklungsplan (STEP) dient der Steuerung der bedarfsgerechten Neuerschließung von Standorten. Neu ist das GESIS (Gewerbeinformationssystem). Es ist eine konkrete und flächenbezogene Kooperation der Stadtplanung und Wirtschaftförderung. Das verarbeitende Gewerbe entwickelte sich 1996 zum Wachstumsmotor der Wirtschaft. Aufgrund des hohen Bestandes an Gewebebrachen, erwuchs die Notwendigkeit, Konzepte für eine geregelte Nachnutzung zu entwickeln. Das erfolgt in verschieden Arbeitsstufen: 1. Festlegung der Leitlinien (wie die Gewerbsflächenentwicklung gesteuert werden soll) 2. Allgemeine Handlungsempfehlungen, die eine Umsetzung ermöglichen. (z. B. Gebietseignung strukturell: - störend - forschungsintensiv - umschlagsintensiv - arbeitsintensiv - verarbeitendes Gewerbe, einfache Anforderungen Gebietseignung sektoral: - Handwerk - Baugewerbe - Spedition - Dienstleistungen - Handel - Freizeit) Parallel wurde für die 30 größten bestehenden Gewerbestandorte und 6 mögliche Gewerbestandorte („Äußere Reserve“) Gebietspässe erarbeitet. Diesen kann man stadtentwicklungspolitisch die gewünschten Nutzungen entnehmen. Am 01. 01. 1999 wurde das Stadtgebiet durch Eingemeindungen erweitert. „Gewerbebestandsflächen sollen vorrangig entwickelt werden, um die vorhandene Infrastruktur effizient zu nutzen und den Freiflächenverband zu minimieren.“ (STADT LEIPZIG, DER OBERBÜRGERMEISTER, DEZERNAT PLANUNG UND BAU, STADTPLANUNGSAMT [Hrsg.], 1998, S. 6) Gewachsene Strukturen sollen als Basis für betriebliche Existenzen, besonders für kleinere Betriebe des produzierenden Gewerbes und Handwerks dienen, da Altstandorte niedrige Mieten und große Kundennähe ermöglichen. Die Gewerbealtstandorte entsprechen nicht immer den Anforderungen der neuen Produktion, deshalb sind neue Gewerbeflächen für das verarbeitende Gewerbe notwendig. Der Flächennutzungsplan stellt hierfür 200 ha gewerblicher Erweiterungsflächen zur Verfügung. Die Reserveflächen sollen hinsichtlich Lage, Größe, Umfeldbedingungen und Preisniveau eine große Vielfalt an möglichen Flächenbedarf abdecken. Brachen sind neu zu erschließenden Flächen vorzuziehen. Das Amt für Wirtschaftsplanung muss mit dem Stadtplanungsamt die Angebotsplanung unterstützen. Beispiel für die Umnutzung: In der Georg-Schumann-Strasse wurde wohl eins der ausgedehntesten Kasernengebiete in Leipzig (Länge: 375 m; 1875-77 errichtet) bis 1990 von der NVA genutzt und danach wurde der gesamte Standort vorbildlich zur Umnutzung verändert. Heute befindet sich darin die Landesversicherungsanstalt Sachsen, das Berufsförderungswerk und das Arbeitsamt Leipzig (Brodengeier, E. [Hrsg.], 1997) Für die ehemalige Kaserne, Eigentümer des Geländes ist heute der Freistaat Sachsen, findet sich noch kein Nachnutzer. Auf dem Immobilienmarkt ist es schwierig für solche Flächen, Nachnutzer zu finden, denn es kommen noch hohe Kosten für die Entsorgung von Altlasten auf vormals militärisch genutzten Gelände dazu. Leipzig Plagwitz war bis 1990 noch ein bedeutender Industriestandort (Maschinenbau, Metallverarbeitung, Textilverarbeitung). In seiner „Größe und Geschlossenheit verkörpert Plagwitz ein hervorragendes Flächendenkmal deutscher Industriegeschichte , dessen Hauptbestandteile nach 1990 in die städtebaulichen Konzepte der Umstrukturierung zu einem modernen Dienstleistungs- und Wohngebiet integriert wurde. Durch die Stärkung des verarbeitenden Gewerbes wird die Wirtschaftsstruktur, einschließlich außeruniversitärer Forschung- und Technologieinitiativen, entwickelt. Von diesem Wirtschaftszweig gehen nachhaltige Impulse für Zulieferer und Dienstleister aus. Produktionsausweitung und Umsatzzunahme lassen sich u. a. auf die gesteigerte Exporttätigkeit zurückführen. Besonders wichtig für Leipzig ist die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen im industriellen Bereich. Gewerbeflächen sollen hier besonders am Stadtrand vorbehalten werden (günstige Bodenpreise, größere Flächen, geringe Störempfindlichkeit des Umfelds und bessere logistische Ausstattung). Zur Förderung des Handwerks und kleinerer Gewerbebetrieben, sind preiswerte Flächen zwischen 1.000 m² und 5.000 m², in vorhandenen Gewerbestandorten, zur Verfügung zu stellen, so dass Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen werden können. 7. 3 Großinvestitionen Der Trend zu peripheren Standorten orientiert sich an Transportmöglichkeiten. Die Bereiche nördlich und westlich der Stadt an der B181, der B6 und entlang der Autobahnen A9 und A14 bis zum Schkeuditzer Kreuz haben sich am wachstumsstärksten erwiesen. Entlang der A14 im Norden der Stadt Leipzig reihen sich Millionen-Investitionen an einander, wie eine „Perlenschnur der Großobjekte“. An dieser Linie entwickelten sich drei Schwerpunktgebiete. Der Flughafen Leipzig-Halle, das Güterverkehrszentrum und die Leipziger Messe. Aufgrund der Bedeutung dieser drei Objekte nimmt die Region eine oberzentrale Funktion ein. Das Gelände der Messe und des Güterverkehrszentrums (GVZ) zählen erst seit 1999 zum Territorium der Stadt Leipzig, durch die Gemeinde-Gebietsreform. Der Flughafen Leipzig-Halle gehört zu der Gemeinde Schkeuditz, deshalb muss eine bessere ÖPNV-Anbindung erfolgen. Bedeutende Investitionen sind: 7. 3. 1 Der Flughafen Leipzig-Halle Der lagepriveligierte Flughafen Leipzig-Halle gehört mit seinen beiden Landebahnen (Südbahn: 2500 m; Nordbahn: 3600 m) zu den interkontinentalen Airports in Deutschland. Durch seine 24-Stunden-Betriebserlaubnis schafft er günstige Vorraussetzungen, die Stadt Leipzig und die Region in die Wirtschafts- und Tourismuszentren der Welt anzubinden. 30 Fluggesellschaften nutzen den Flughafen als Luftdrehkreuz zu 61 Destinationen (Sommerflugplan). 7. 3. 2 Das Güterverkehrszentrum Das 1993 gegründete Güterverkehrszentrum, zwischen der A14 und der Bahnlinie Halle-Leipzig, besteht aus drei Teilgebieten, die eine Fläche von 340 ha einnehmen. Auf diesem Gebiet haben sich Dienstleistungs- und Logistikbetriebe angesiedelt, wie das Post- und Bahnfrachtzentrum, Produktion sowie Dienstleistungs- und Handelsunternehmen. Des weiteren soll das GVZ luftfahrtaffine Unternehmen beherbergen, zur weiteren wirtschaftlichen Stärkung des Gebietes. Seit der Niederlassung des Mitteldeutschen Frischezentrums, u. a. für Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Blumen, übernimmt das GVZ auch eine Großhandelsfunktion. Das Güterverkehrszentrum ist über das Schienennetz der Deutschen Bahn AG mit Seehäfen und wichtigen Ballungsgebieten verbunden. (REGIERUNGSPRÄSIDIUM LEIPZIG, REGIONALFORUM LEIPZIG-WESTSACHSEN [Hrsg.], 2001) 7. 3. 3 Die Leipziger Messe Die Leipziger Messe – eine „Lokomotive für den wirtschaftlichen Aufschwung in den neuen Bundesländern“ (STADT LEIPZIG. DAS MESSEGELÄNDE – DATEN UND FAKTEN. Leipzig, April 2001, S, 3) hat nach wie vor eine wichtige Stellung im Handel. Mit der Wiedervereinigung wurde die Leipziger Messe der internationalen Marktwirtschaft ausgesetzt und es galt, neue Wege und zukunftsträchtige Konzepte zu finden, damit die Messe im internationalen Wettbewerb bestehen kann. Ab 1991 traten Fachausstellungen an die Stelle der Universalmessen im Frühjahr und Herbst. Im gleichen Jahr wurde das staatlich gelenkte Leipziger Messeamt zur Leipziger Messe GmbH umgewandelt. Gesellschafter der Messe sind der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig. Die Messetradition begründete sich durch die Kreuzung der alten Handelsstraßen Via Regia und Via Imperii. Das alte, zentrumsnähere Leipziger Messegelände – 1920 in Betrieb genommen - war den Anforderungen nicht mehr gewachsen (1928: 130.000m² Ausstellungsfläche in 17 Hallen). Ein Umbau hätte die Messe über Jahre beeinträchtigt, und die wachsenden Verkehrsströme, wären auf Dauer schwer zu bewältigen gewesen. So entschied sich die Leipziger Messe GmbH, ein neues Gelände im Norden der Stadt zu bebauen. Logistisch und verkehrsmäßig optimal gelegen, verfolgt sie das Ziel, die Drehscheibe für den West-Ost-Handel zu werden. Die Anschubfinanzierung der Bundesregierung betrug 300 Mio. DM. Die Grundsteinlegung fand am 25. 08. 1993 im Rahmen des Programms „Aufschwung Ost“ statt. Die neue Messe hat fünf Ausstellungshallen mit einer Bruttogesamtfläche von 102.500 m² Mittelpunkt ist die Glashalle, als zentrale Eingangshalle. (STADT LEIPZIG [Hrsg.], 1998, S. 9) Die vier darum angeordneten Standardhallen haben eine Grundfläche von je 20.500 m², sie sind in Segmente von 5.000 m² unterteilbar. An der Nordseite des Messegeländes befindet sich die Freifläche mit einer Fläche von 30.000 m². Ein Anschluss an das öffentliche Gleisnetz ermöglicht einen bequemen An- und Abtransport der Messegüter. Am 12. 04. 1996 eröffnete der damalige Bundespräsident Roman Herzog das neue Leipziger Messegelände. Technik und Kommunikationsmöglichkeiten entsprachen den höchsten Anforderungen. Die Leipziger Messe entwickelt sich zu einem Dienstleistungspartner, der jährlich mehr als 30 maßgeschneiderte Messen für Aussteller und Besucher präsentiert (z. B. Automobilmesse, Buchmesse...). Die Geschäftstätigkeit der Messe sichert 4.400 Arbeitsplätze im Umland. Die gesamtwirtschaftlichen Effekte lagen 1997 bei 665 Mrd. DM, auf die neuen Bundesländer kam eine Produktionswirkung von 497 Mio. DM zu. (Langzeitstudie des Münchner ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Tab. S.4) 7. 3. 4 Porsche Auf einem 90 ha großen Areal, wird zwischen Flughafen und GVZ bis 2002 das neue Porsche-Montagewerk entstehen. Außerdem ein Kundenzentrum mit Einfahr- und Prüfstrecken. Das neue Werk erfordert einen Investitionsaufwand von ca. 100 Mio. DM (Leipzig Facts (2001)), nach neuerem Informationen (MDR Videotext vom 19.10.2001) wurde das Investitionsvolumen auf 250 Mio. DM aufgestockt. Auf dem ehemaligen Exerzierplatz in der Nähe des Werksgeländes plant der Stuttgarter Automobilhersteller eine Trainingspiste für Kinder. (IHK(2001)) 7. 3. 5 BMW Als am 18. Juli der Vorstandsvorsitzende der Bayrischen Motorenwerke, Joachim Milberg, den Zuschlag für das neue BMW-Werk in Leipzig gab, bedeutete dies einen guten Ausblick auf die Zukunft einer ganzen Region, da es zukünftig der größte Arbeitgeber sein wird. Im Jahr 2002 soll der Bau des Montagewerks beginnen; die Serienproduktion des 3er BMWs beginnt 2005 (650 Fahrzeuge pro Arbeitstag) mit bisher geschätzten 5500 neuen Arbeitnehmern. Allerdings ist eine Investition von zwei Mrd. DM nötig. (IHK(2001)) 7. 3. 5. 1 Gründe der Entscheidung der Automobilkonzerne für den Standort Leipzig • Flexibles Arbeitszeitenmodell, d. h. es ist eine Produktion mit bis zu 160 Wochenstunden möglich, wie z. B. bei BMW • Vorhandene Zulieferstrukturen in den Regionen Sachsen, Sachsen – Anhalt und Thüringen • Großes Fachkräfte-Angebot (bereits am Tag nach der Entscheidung bewarben sich über 2000 Menschen) • Flächenangebot mit einem der Größe der Fläche entsprechenden angemessenen Preis • Bereitstellung von Fördermitteln der Europäischen Union in Höhe von 350 Mio. DM • Nähe zum Porsche – Montage – Werk Effiziente Zusammenarbeit mit Dezernaten und Ämtern der Leipziger Stadtverwaltung, sowie die schnelle Schaffung von planungsrechtlichen Grundlagen 7. 3. 6 Zulieferbetriebe Den beiden Automobil-Werken, BMW und Porsche, folgen Zulieferbetriebe, mit ihnen entstehen weitere 4500 Arbeitsplätze (Schulze, M. (23.10.2001)). Solche Zulieferbetriebe sind z. B. die Hallberg Guss GmbH und der Georg Fischer GmbH, sie produzieren Fahrzeuggussteile (Zylinderkurbelgehäuse, Zylinderköpfe) oder Roboter- oder Antriebstechnik. 7. 3. 7 Siemens AG Die Siemens AG, eines der ersten Großunternehmen am Gewerbestandort Nordost in Leipzig – ist der weltweit einzige Standort für systemgebundene Telefone (ISDN- bzw. Bildtelefone) mit einem Produktionsvolumen von ca. 5 Mio. Kommunikationsgeräten jährlich. In Leipzig befindet sich nicht nur das modernste Fertigungs- und Montagewerk, sondern auch die Kunststoffverarbeitung, für das Telefongehäuse hat hier ihren Standort. Für dieses Werk war eine Gesamtinvestition von 66,5 Mio. DM nötig. (IHK(2001)) 7. 3. 8 Quelle-Versandhaus Nach vier Jahren Bauzeit und 1,1 Mrd. DM Investitionsvolumen wurde es 1993 unweit der Neuen Messe eröffnet. Es ist Europas größtes Versandzentrum und verschickt aus Leipzig ca. 180.000 Pakete innerhalb von 24 Stunden. Quelle ist Deutschland größter Postkunde. (Leipzig ist Leben) 8. Strategien zur Wirtschaftsförderung Im ständigen Kampf um optimale Standortfaktoren der Stadt Leipzig, müssen bestimmte Strategien zur Wirtschaftsförderung befolgt werden. Dies ist von großer Bedeutung für den gesamten Mitteldeutschen Raum, der die dazu nötige Infrastruktur stellt. Diese Maßnahmen und Flexibilität bezüglich zukünftiger Anforderungen könnten den dauerhaften Aufschwung einer ganzen Region garantieren. 1. Bestandspflege und –entwicklung 2. Förderung von Forschung und Entwicklung spezieller Angebote der Existenzgründerförderung 3. Informationen zu Gewerbeflächen, sowie Unterstützung bei der An- und Umsiedlung von Unternehmen 4. Standortmarketing 5. Unterstützung von kleinen bzw. mittelständigen Unternehmen durch die Einrichtung von Gewerbehöfen, branchen- und start-up-orientierten Zentren (z. B. BIC) 6. Entwicklung von modernen Gewerbegebieten (z. B. GE Torgauer Straße, GP Nordost) 7. Beschleunigung verwaltungsinterner Abläufe und von Genehmigungsverfahren, also Vereinfachung des Bürokratischen Weges 8. Zielgerichtete Verbesserung der technischen und Verkehrsinfrastruktur 9. Akquisition von Fördermitteln (Ausstellung im neuen Rathaus) Bibliographie 1. BERKNER, A., GRUNDMANN, L., OPP, CHR., SCHÖNFELDER, G., TZSCHASCHEL, S., WOLLKOPF, M. [HRSG.](2001): Exkursionsführer Mitteldeutschland. Braunschweig, Das geographische Seminar. 2. BRODENGEIER, E., FUHRMANN, R., GEIGER, M., GLANZ, F., JOACHIM, J., JUNGHANNS, G., LEHNIG, B., OBERMANN, H., PAUL, H., ROTHER, P. [HRSG.](1997): TERRA Geographie 9 für Mittelschulen in Sachsen. Gotha. 3. STADT LEIPZIG. DAS MESSEGELÄNDE – DATEN UND FAKTEN. Leipzig, April 2001 4. EUROPA-HAUS LEIPZIG, REGIERUNGSPRÄSIDIUM LEIPZIG, REGIONALFORUM LEIPZIG-WESTSACHSEN [Hrsg.](2001): Perspektiven eröffnet – EU-geförderte Projekte im Regierungsbezirk Leipzig. Leipzig. 5. GESCHICHTE DER LEIPZIGER MESSE. Leipzig, 1998. 6. KOWALKE, H. (2000): Perthes Länderprofile – Sachsen. Gotha. 7. REGIERUNGSPRÄSIDIUM LEIPZIG, REGIONALFORUM LEIPZIG-WESTSACHSEN, STIFTUNG INNOVATION UN EUROPA-HAUS LEIPZIG, REGIERUNGSPRÄSIDIUM LEIPZIG, REGIONALFORUM LEIPZIG-WESTSACHSEN [Hrsg.](2001): Perspektiven eröffnet – EU-geförderte Projekte im Regierungsbezirk Leipzig. Leipzig D ARBEIT SACHSEN [HRSG.](2000): Der Regierungsbezirk Leipzig auf dem Weg ins 21. Jahrhundert – Ein Regionalportrait. Leipzig. 8. SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFT UND ARBEIT, PRESSESPRECHER ZSCHEISCHLER, B. [Hrsg.](2001): Wirtschaft und Arbeit in Sachsen 2001 – Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt Zahlen und Fakten. Meißen, Juli 2001. 9. SCHULZE, M. (2001): Sachsen-Anhalt noch Schlusslicht bei BMW – Einkäufer des Konzerns stellten Konzept für Leipziger Werk vor. Halle, MZ, 23. 10. 2001. 10. SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFT UND ARBEIT, PRESSESPRECHER ZSCHEISCHLER, B. [Hrsg.](2001): Wirtschaft und Arbeit in Sachsen 2001 – Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt Zahlen und Fakten. Meißen, Juli 2001. 11. STADT LEIPZIG, DER OBERBÜRGERMEISTER, DEZERNAT PLANUNG UND BAU, STADTPLANUNGSAMT Bericht zur Stadtentwicklung Leipzig 1998. Beiträge zur Stadtentwicklung 20, Leipzig. 12. STADT LEIPZIG, DER OBERBÜRGERMEISTER, DEZERNAT PLANUNG UND BAU, STADTPLANUNGSAMT [Hrsg.](1998):Nahverkehrsplan der Stadt Leipzig. Beiträge zur Stadtentwicklung 24, Leipzig. 13. STADT LEIPZIG, DER OBERBÜRGERMEISTER, DEZERNAT PLANUNG UND BAU, STADTPLANUNGSAMT [Hrsg.](1998):Stadtentwicklungsplan Gewerbliche Bauflächen. Beiträge zur Stadtentwicklung 25, Leipzig. 14. STADT LEIPZIG, DER OBERBÜRGERMEISTER, DEZERNAT WIRTSCHAFT UND ARBEIT [Hrsg.](2001) Leipzig facts. Leipzig.


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